Kammermusikabend
mit Anton Steck (Barockvioline) und Marieke Spaans (Hammerflügel)


Freitag, den 18. September 2015, 20 Uhr

Konzerte im Klaviersalon bonnpiano
c/o Cornelia Winter & Wolfgang Lempfrid
Johann-Link-Str. 22, 53225 Bonn (Beuel)
Wegbeschreibung

Programm

  • Joseph Haydn 1732-1809
    Sonate für Klavier und Violine G-Dur, Hob. XV:32
    Andante
    Allegro
  • Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791
    Sonate für Klavier und Violine e-moll, KV 304 (1778)
    Allegro
    Tempo di Menuetto
  • Thomas Linley 1756-1778
    Sonate für Violine A-Dur
    Allegro
    Adagio
    Rondeau
  • Johann Christian Bach 1735-1782
    Sonata for the harpsichord or piano-forte c-moll, op. 17,2 (1777)
    (ohne Bezeichnung)
    Andante
    Prestissimo
  • Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791
    Sonate für Klavier und Violine A-Dur, KV 526 (1787)
    Molto Allegro
    Andante
    Presto

Anton Steck (Barockvioline)

Den Begriff „Virtuosentum“ verbinden viele bis heute mit dem 19. Jahrhundert und dem Namen Niccolò Paganini. Ein Violinvirtuose des 21. Jahrhunderts macht uns mit der hochvirtuosen, teilweise noch gänzlich unentdeckten Violinliteratur des 18. Jahrhunderts vertraut und räumt mit den gängigen Vorurteilen des Virtuosenbegriffs auf: Anton Steck lässt keinen Zweifel daran, dass Virtuosität bei aller erforderlichen technischen Perfektion nicht in erster Linie eine Frage des „Schneller, Höher, Weiter“, sondern der musikalischen Gestaltung ist.

„Mir geht es darum, nicht kalte Virtuosität zu präsentieren. Virtuosität muss immer aus der Komposition herausfließen. Wichtig ist mir, dass mein Ansatz die klangliche und emotionale Nähe zum Komponisten und seinem Werk offenbart, die nur durch die Verwendung des originalen Instrumentariums möglich ist.“ Mit seiner Jakobus Stainer aus dem Jahr 1658 und seiner Alessandro Gagliano von 1701 bleibt Anton Steck dem eigenen Anspruch treu und verbindet höchste technische Meisterschaft und musikalischen Ausdruck, umfassendes historisches Wissen und modernes Virtuosentum.

Anton Steck wurde bei Freudenstadt im Schwarzwald geboren. Zunächst studierte er moderne Violine bei Jörg-Wolfgang Jahn in Karlsruhe, anschließend widmete er sich dem Studium der Barockvioline bei Reinhard Goebel am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam und setzte sich intensiv mit Spieltechniken und Aufführungsweisen der Musik vor 1840 auseinander. Jahrelang wirkte Anton Steck als Konzertmeister bei einigen der renommiertesten Alte-Musik-Ensembles, unter anderem bei Les Musiciens du Louvre unter Marc Minkowski, bei Concerto Köln und bei Musica Antiqua Köln.

1996 gründete Anton Steck das Schuppanzigh Quartett, dessen Primarius er ist. Mit einer regen Konzert- und Aufnahmetätigkeit hat sich die Formation einen hervorragenden internationalen Ruf und zahlreiche Schallplattenpreise erworben. Als Duo-Partner arbeitet Anton Steck regelmäßig mit den Cembalisten Marieke Spaans und Christian Rieger zusammen. Seine Einspielungen der Sonaten von Johann Georg Pisendel und Franz Benda wurden mit zahlreichen internationalen Schallplattenpreisen, unter anderem mit dem Diapason d’or, ausgezeichnet.

Als Solist war Anton Steck in den letzten Jahren mit verschiedenen namhaften Orchestern unter anderem im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, in der Londoner Wigmore-Hall und im Frick-Museum in New York zu hören. Seine Aufnahme von Vivaldis hochvirtuosen Violinkonzerten Concerti di Sfida mit dem italienischen Ensemble Modo Antiquo im Rahmen der Vivaldi-Edition des französischen Labels Naive sorgte mit drei Weltersteinspielungen für Furore.

Ein viel beachtetes Debüt als Dirigent gab Anton Steck 1997 mit dem Händelfestspielorchester Halle. Unter seiner Leitung fanden mit verschiedenen Orchestern Konzerte mit Künstlern wie Andreas Staier, Carlos Mena und Waltraud Meier statt. 2004 erregte Anton Stecks Operndebüt großes Aufsehen bei den Ludwigsburger Festspielen, wo er die verschollen geglaubte Oper L’isola disabitata von Niccolò Jommelli vom Staub der Archive befreite.

Seit 2000 ist Anton Steck Professor für Barockvioline und Leiter des Barockorchesters der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, hier lässt er einer neuen Generation von Barockmusikern eine umfassende Ausbildung angedeihen.

Weitere Information: www.antonsteck.de/index.php

Marieke Spaans (Hammerflügel)

„Alte Musik hat nicht nur museal-historisch einen Wert, sondern ist heute gesellschaftlich und pädagogisch von größter Bedeutung. Schließlich ist sie die Sprache unserer gemeinsamen europäischen Geschichte. Allein schon deshalb hat sie eine wichtige Funktion für das Verständnis des Hier und Jetzt. Ich glaube, man weiß nur dann, wer man ist, wenn man weiß, woher man kommt.“ Marieke Spaans

Marieke Spaans wurde 1972 in Amsterdam geboren und spielt seit ihrem achten Lebensjahr Cembalo, ohne den Umweg über das moderne Klavier zu nehmen. Sie ist eine der wenigen Cembalisten, die die Gelegenheit bekam, fünf Jahren bei Gustav Leonhardt zu studieren. Als letzte Studentin des Großmeisters fühlt sie sich verbunden mit einer musikalischen Tradition, in der historisches Bewusstsein und Respekt für den Komponisten, dynamisches Spiel und ein differenziertes ‚Toucher’ im Zentrum stehen. Wichtige Impulse erhielt sie auch von Lars-Ulrik Mortensen und Jesper Christensen. Gleichzeitig studierte sie Orgel und Kirchenmusik bei Hans van Nieuwkoop und Wolfgang Zerer und besuchte Meisterkurse von Luigi Tagliavini und Michael Radulescu. Außerdem war sie Stipendiatin der Organisation „Fonds für Podiumskünste Niederlande“ für ein Hammerklavier-Studium bei Arthur Schoonderwoerd.

Als Preisträgerin bei wichtigen internationalen Wettbewerben wie dem NDR-Cembalowettbewerb in Hamburg, dem „Premio Bonporti“ in Rovereto und dem Wettbewerb „Musica Antiqua“ des Flandernfestivals Brügge machte Marieke Spaans auf sich aufmerksam.

Eine rege internationale Konzerttätigkeit führt sie regelmäßig zu den großen Festivals für Alte Musik in Europa. Sowohl als Solistin, wie auch als Ensemblemusikerin bei Opern- und Oratorienproduktionen ist sie unter der Leitung von Dirigenten wie Wieland Kuijken, Paul McCreesh, Nicholas McGegan und Jan Willem de Vriend aufgetreten. Als Kammermusikpartnerin musiziert sie regelmäßig mit den beiden renommierten Geigern John Holloway und Anton Steck. Ihre Einspielung „Mozart – Paris 1778“ (mit Anton Steck) auf einem originalen Tangentenflügel wurde von der internationalen Fachpresse mehrfach als „krönende Nachlese zum Mozartjahr“ und als „ein absoluter diskografischer Höhepunkt“ ausgezeichnet.

Als Professorin für Historische Tasteninstrumente erhielt sie 2004 einen Ruf an das Institut für Alte Musik der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Vorher unterrichtete sie an den Konservatorien in Amsterdam (1994-2000) und Rotterdam (1997-2000). Sie gibt regelmäßig Meisterkurse in ganz Europa.

Weitere Information: www.mariekespaans.com/de/Home/Home

Bis auf weiteres sind keine neuen Konzerte geplant.